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Psychotherapie bei Anorexia nervosa ( "Magersucht" )

Mit "Anorexia nervosa" wird eine Störung vor allem des Essverhaltens bezeichnet, die auch als "Magersucht" bekannt ist. Betroffen sind vorrangig Mädchen und junge Frauen, doch auch Männer können an Magersucht erkranken. Durch die extreme, selbst herbeigeführte Gewichtsabnahme drohen bei magersüchtigen Patientinnen oft sehr ernsthafte Komplikationen, die einen stationären Aufenthalt meist unumgänglich machen.


  • Wie kann man eine Magersucht erkennen?

  • Mögliche psychische Hintergründe der Erkrankung

  • Häufigkeit und Verbreitung der Magersucht (Epidemiologie)

  • Wie kann man Magersucht behandeln?

  • Besonderheiten der Behandlung von Magersucht

 

Wie kann man eine Magersucht erkennen?

Im Mittelpunkt des Krankheitsbildes steht die Störung des Essverhaltens:

  • Weglassen von Mahlzeiten, rigides Diätverhalten bis hin zur Nulldiät,
  • Unterdrückung des Hungergefühls mittels Trinken großer kalorienarmer Flüssigkeitsmengen, u.a. Kaffee,
  • die Gewichtsabnahme wird zusätzlich durch Einnahme von Abführmitteln (Laxantienabusus), Diuretica etc. oder Erbrechen herbeigeführt,
  • die Patientinnen treiben oft exzessiv Sport.

Magersüchtige haben durch extremes Hungern deutliches Untergewicht, oft liegt ihr Gewicht 25 % oder mehr unter dem Normalgewicht (BMI <17,5). Sie hungern bis zur völligen Auszehrung (Kachexie), was nicht nur in der skelettartigen Erscheinung der Erkrankten sichtbar wird, sondern auch weitere, schwere gesundheitliche Komplikationen zur Folge haben kann. In besonders schweren Fällen kann die Magersucht mit dem Tod enden!

Von einer Magersucht spricht man, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind, dazu gehören:

  • eine intensive Angst zuzunehmen, selbst wenn bereits Untergewicht besteht;
  • eine Störung der Wahrnehmung von Gewicht, Maßen und Gestalt des eigenen Körpers: die Betroffenen fühlen sich immer noch "zu fett", auch wenn ihnen das Untergewicht deutlich anzusehen ist;
  • das Ausbleiben von mindestens drei zu erwartenden Menstruationszyklen (bleibt die Menstruation ganz aus bzw. setzt nur nach Hormongabe ein, so spricht man von Amenorrhoe).

Bei Magersüchtigen ist oft eine extreme Leistungsorientiertheit zu bemerken. Ihre Fähigkeit zu intensiveren Kontakten und emotionalem Austausch ist eingeschränkt, sie leben meist in sozialer Isolation. Das Verlangen nach Sexualität ist gering oder sogar mit Angst besetzt.

 

Mögliche psychische Hintergründe der Erkrankung

Die Magersucht kann gesehen werden als Ausdruck eines Konfliktes, für den die Betroffenen keine andere Lösung als das Hungern finden können. Anorexie kann somit existentielle seelische Bedürfnisse ausdrücken, die die Betroffenen nicht ausleben und nicht anders äußern können.
Da die Erkrankung vor allem Frauen betrifft, kann man davon ausgehen, dass kulturell bestimmte Idealvorstellungen über das Erscheinungsbild des weiblichen Körpers eine wichtige Rolle spielen: Mode, Werbung und Medien lassen den Eindruck entstehen, dass Frauen, die dem Schlankheitsideal entsprechen, besonders attraktiv, erfolgreich, unabhängig, leistungsfähig etc. seien. Wenn das Bedürfnis, einer solchen Idealvorstellung zu entsprechen, jedoch so groß ist, dass derartige Entsagungen und gesundheitliche Risiken in Kauf genommen werden, wenn zudem die Wahrnehmung des eigenen Körpers derart verzerrt ist und sich das Hungern verselbständigt, dann müssen noch andere Faktoren angenommen werden, die mit dem Einfluß einer Modeströmung allein nicht zu erklären sind. Solche sind neben psychischen auch biologische Faktoren, die eine Magersucht eher unterhalten und letztendlich auch für die ernste Prognose verantwortlich sind.

 

Häufigkeit und Verbreitung der Magersucht (Epidemiologie)

Das höchste Erkrankungsrisiko haben junge Frauen zwischen 15 und 25 Jahren, in dieser Risikogruppe erkranken von 100 000 Frauen zwischen 50 und 75 pro Jahr. Auf die Gesamtbevölkerung bezogen gibt es jedoch nur 0,1 bis 0,6 Erkrankungen pro 100 000 Einwohner und Jahr. (Die Anzahl neuer Erkrankungsfälle pro Zeiteinheit wird als Inzidenz bezeichnet.)
Das Erkrankungsrisiko während des ganzen Lebens (Lebenszeit-Prävalenz) beträgt für Frauen ca. 1 %.

 

Wie kann man Magersucht behandeln?

Die Behandlung der Magersucht kann man in zwei übergeordnete Phasen unterteilen: Gewichtszunahme und Behandlung der psychischen Probleme.
Zunächst steht die Gewichtszunahme im Vordergrund. Eine Therapie, die auch die seelischen Probleme der Erkrankten behandelt, kann erst erfolgreich sein, wenn der körperliche Zustand stabilisiert bzw. nicht mehr lebensbedrohlich ist. Da magersüchtige Patientinnen ausgeprägte Verleugnungstendenzen haben und große Schwierigkeiten in Hinblick auf die Normalisierung ihres Essverhaltens, ist die Indikation für eine stationäre Psychotherapie, in der schon in der Phase der Gewichtszunahme eine psychotherapeutische Betreuung gewährleistet ist, meist gegeben. Der stationäre Aufenthalt ist als Einstieg in den psychotherapeutischen Prozess zu sehen, der ambulant fortgesetzt werden muß, wenn die Behandlung Erfolg haben soll.
Die Psychotherapie kann magersüchtigen Frauen andere Lösungen für die Bewältigung ihrer Probleme eröffnen, ohne auf ihr gestörtes Essverhalten als Lösungsstrategie zurückgreifen zu müssen.

Bei jüngeren Anorektikerinnen, die noch in ihren Herkunftsfamilien leben, wird oft eine Familientherapie durchgeführt, um die Störung auch aus dem Lebensumfeld der Patientin heraus verstehen und behandeln zu können. In der Familientherapie werden auch die Eltern und Geschwister in den Behandlungsprozeß mit einbezogen.

 

Besonderheiten der Behandlung von Magersucht

Für anorektische Patientinnen ist die Vereinbarung eines Zielgewichts in einem Behandlungsvertrag unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Psychotherapie, wobei ein Normalgewicht (z.B. BMI 20 - 25 kg/m2) nicht unbedingt angestrebt wird.
Magersüchtige Patientinnen müssen aber in eine körperliche Situation gebracht werden, die sie gerade noch akzeptieren und mit der sie gleichzeitig relativ ungefährdet leben können.

Die Erfahrung in der Behandlung von magersüchtigen Patientinnen hat gezeigt, dass die ständige Diskussion über das Körpergewicht die psychotherapeutische Behandlung zunehmend lähmen kann. Insbesondere bei fortschreitender Gewichtsabnahme und der damit verbundenen vitalen Gefährdung wird es zu einem alles beherrschenden Thema, was letztendlich den Behandlungsprozess in Frage stellt. Im Hinblick auf den Autonomie-Abhängigkeitskonflikt vieler junger magersüchtiger Patientinnen besteht der Sinn eines Behandlungsvertrages darin, das Autonomieproblem zu akzeptieren und gleichzeitig therapeutisch anzugehen. Eine Annäherung an das Zielgewicht ist nicht nur eine wichtige Voraussetzung für die weitere körperliche Gesundung und dient der Begegnung schwerwiegender körperlicher Folgeerscheinungen, wie zum Beispiel der Osteoporose. Gleichzeitig bietet die mittels des Zielgewichts angestrebte Normalisierung der endokrinen Funktionen (dazu gehört, dass die Menstruation wieder einsetzt) für die Patientin die Möglichkeit eines Zugangs zu ihrer weiblichen Identität und deren psychotherapeutischer Bearbeitung vorwiegend in der späteren ambulanten Psychotherapie.



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